Orientierung im Siegel-Dschungel

Bio-Siegel sollen helfen, nachhaltige und ökologisch erzeugte Lebensmittel auf einem Blick zu erkennen. Doch bei der Vielzahl an Zeichen kann man schnell den Überblick verlieren. Was steckt hinter den wichtigsten Siegeln?

EU-Bio-Siegel

Das grüne Blatt mit den zwölf Sternen ist auf allen verpackten Bio-Lebensmitteln aus der EU verpflichtend. Es garantiert die Einhaltung der EU-Öko-Verordnung (z. B. artgerechtere Tierhaltung, Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel, Gentechnikfreiheit, uvm.)

Deutsches Bio-Siegel

Das sechseckige grün-weiße Zeichen steht für die gleichen gesetzlichen Anforderungen wie das EU-Bio-Siegel. Es kann in Deutschland freiwillig zusätzlich verwendet werden und ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern besonders vertraut.

Siegel von Bio-Verbänden

Viele Bio-Betriebe schließen sich zusätzlich einem Verband an, u.a. Bioland, Biokreis, Demeter, Gäa oder Naturland. Die Verbandskriterien sind strenger und gehen über die Anforderungen für das EU-Bio-Siegel hinaus.

Detaillierte Informationen zu den Richtlinien der einzelnen Anbauverbände finden Sie hier: Bio-Verbände und EU-Bio im Vergleich

Und Regionalität?

Ob ein Bio-Produkt als regional gilt, hängt auch von der persönlichen Definition ab. Für manche beginnt und endet Regionalität an der Landkreis-, Landes- oder Bundesgrenze. Andere verstehen darunter einen bestimmten Umkreis rund um den eigenen Wohnort – so wie wir es beispielsweise für die RegioPlus-Challenge festlegen.

Auch bestimmte regionale Siegel können Hinweise auf die Herkunft eines Produkts geben. Das Bayerische Bio-Siegel steht beispielsweise für eine nachvollziehbare Herkunft und Produktion in Bayern. Die Qualitätsstandards des Siegels orientieren sich an den Richtlinien der vier in Bayern aktiven Öko-Anbauverbände und gehen damit deutlich über die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung hinaus.

Wer Wert auf kurze Wege und Produkte aus der Umgebung legt, sollte daher neben dem Bio-Siegel auch auf regionale Bio-Siegel und die die Herkunftsangaben auf dem Produkt achten. Und noch persönlicher wird Regionalität, wenn Sie die Betriebe kennen und damit wissen, wer ihre Lebensmittel produziert.

Unser Tipp

Achten Sie zunächst auf das EU-Bio-Siegel, grüne Blatt aus zwölf Sternen. Für besonders strenge Richtlinien kann man sich an Verbandszeichen wie Bioland, Demeter oder Naturland orientieren. Und wer regionale und persönliche Nähe schätzt, achtet auf die Herkunftsangaben oder kauft direkt bei einem Bio-Betrieb in der Umgebung.

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