Saisonalität

Iss, was gerade jetzt reift
Regional – saisonal – ist das nicht irgendwie das Gleiche?

Wenn regionale Lebensmittel unserem heimischen Landschaftserleben dienen, dann dienen saisonale Speisen unserem Geschmackserlebnis.

Schon Goethe hat es gewusst:

Kaiser:            „Der Lieblingsspeisen Wahl laß mir zu allen Zeiten,
                        Wie sie der Monat bringt, und sorgsam zubereiten.“

Erztruchsess:  „… Der Küche Dienerschaft soll sich mit mir vereinigen,
                      Das Ferne beizuziehn, die Jahreszeit zu beschleunigen.
                        Dich reizt nicht Fern und Früh, womit die Tafel prangt,
                        Einfach und kräftig ist’s, wornach dein Sinn verlangt.“

J.W.v. Goethe, „Faust“, Der Tragödie zweiter Teil, IV. Akt, S. 308, Insel, Frankfurt am Main 1982

Die Tomate schmeckt nicht annähernd so gut, wenn sie hierzulande im späten Herbst aus dem beheizten Treibhaus kommt; der Rosenkohl schmeckt nicht, wenn es noch keinen Frost hatte. Wenn wir ein Geschmacksbeispiel für den Begriff „neutral“ brauchen, wäre Obst, das unreif geerntet werden muss, um weite Transporte zu überstehen, sehr geeignet. Da kommen einem Orangen unter, die im Mund nur noch anhand der Konsistenz des Fruchtfleisches als solche zu erkennen sind.

Der ganz besondere Genuss von Spargel, oder auch Lebkuchen, rührt gerade von der jahreszeitlich gegebenen Verknappung her. Warum also haben wir es verlernt, den Saisonkalender mitzudenken?
Wenn wir Glück haben, dann präsentiert uns der Gemüsehändler des Vertrauens nur das, was aktuell gerade in der Umgebung reif geworden ist. Im Supermarkt müssen wir selbst entscheiden, ob Erdbeeren wirklich in den März passen.

Der Winter kommt, und damit die Zeit in der wir saisonal die ganz anderen Gemüsesorten entdecken – wenn wir nicht auf die spanische Tomate zurückgreifen. Grünkohl, Rote Bete, Gelbe Rübe und Schwarzwurzel: es ist ein wunderbares Farben- und Geschmacksbild, das uns von der heimischen Vielfalt komponiert wird. Als Ampel- oder Jamaika-Koalition ebenso wie als Soloauftritt ein regional-saisonale Genießer-Mahlzeit.
Diese Freuden auf dem Teller erfreuen dann auch noch die heimische Landwirtschaft und das Klima – mehr geht nicht.

https://www.regional-saisonal.de/saisonkalender

https://direktvermarktung.nuernberger-land.de/direktvermarkter/saisonkalender/

Ein Kommentar zu “Saisonalität

  1. Ich finde wenn man Saisonal isst, dass man das ganze Jahr abwechslungsreicher isst!

    Es gibt im September, Oktober soviel zu erten im Garten z. B. Kürbis, Fenchel, Birnen, Quitten usw. soviel Gemüse und Obst, da freut man sich jeden Monat wenn man was anderes ernten kann!

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